Ernährungstipp Nr. 2

Wenn es um die kognitive Funktion geht, ist niemand zu jung oder zu alt für ein Gedächtnistraining. Je früher Sie sich um Ihre mentale Gesundheit kümmern, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre kognitiven Fähigkeiten auch im Alter noch robust bleiben. 

Beim Stimulieren der Gedächtnisleistung gibt es zwei Hauptfaktoren: Ernährung und Bewegung. Dabei geht es nicht nur um körperliche Betätigung, wobei umfangreiche Beweise belegen, dass physische Bewegung hilft, die kognitive Funktion aufrechtzuerhalten. Insbesondere eine Steigerung der Herz-Kreislauf-Funktion trägt dazu bei, dass das Gehirn besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird, und das wiederum sorgt auf jeden Fall für den Erhalt der gesunden kognitiven Funktion. In diesem Fall, also wenn es um das Gedächtnis geht, brauchen Sie jedoch geistige Betätigung. Ihr Gehirn muss gefordert und trainiert werden, genau wie die Muskeln in Ihrem Körper. Stellen Sie sich vor, Sie bleiben monatelang im Bett. Wenn Sie dann versuchen aufzustehen, würden Sie hinfallen, da die Muskeln in Ihren Beinen verkümmert wären. Das Gehirn funktioniert auf ähnliche Weise. Je mehr Sie es einsetzen, desto leistungsstärker wird es. Ihr Gehirn können Sie auf viele Arten trainieren. Puzzles und Spiele, die das Nachdenken fördern, sind ausgezeichnete mentale Übungen. Spieleabende im Familienkreis können bei richtiger Planung zu einem aufregenden Denksporterlebnis werden. Dabei müssen die Spiele altersgerecht sein und mehr von den Mitspielern verlangen, als nur ein paar Knöpfe zu drücken. Personen im reiferen Alter erleben häufig, dass strategische Spiele wie Schach oder Go die kognitive Funktion entscheidend verbessern können. 

Eine andere Möglichkeit, das Gehirn aktiv zu halten, besteht darin, nie mehrmals denselben Weg zu nehmen. Je öfter sich ein Muster wiederholt, desto einfacher kann das Gehirn ihm folgen. Das bedeutet, dass selbst einfache Unterfangen, wie bei jeder Fahrt zum Supermarkt eine andere Strecke zu wählen, zum Schutz der Gehirnfunktionen beitragen können. Wenn Sie gerne spazieren gehen, nehmen Sie doch einfach mal einen anderen Weg. Für uns alle gilt bei der täglichen Routine: Schalten Sie nicht auf Autopilot! Auch indem Sie den morgendlichen Rhythmus ändern, trainieren Sie Ihr Gehirn. Sie müssen einfach nur den einen Tag mal zuerst duschen und am nächsten Tag zuerst die Zähne putzen. 

Haben Sie schon einmal versucht, mit Ihrer nicht dominanten Hand eine Computer-Maus zu bedienen oder Ihren Namen zu schreiben? Gar nicht so einfach, oder? Das liegt daran, dass das Gehirn beim Ausführen dieser Aufgaben lernt. Solche Handlungen sind daher ein hervorragendes Gehirnjogging. 

Lesen ist ebenfalls sehr gut für das Gedächtnis, und das kann jeder. Lesen regt das Gehirn an, indem die Vorstellungskraft angesprochen wird. Und versuchen Sie doch einmal, den Mörder im Krimi selber zu entlarven. Das ist eine noch bessere Übung, denn damit wird das kritische Denken gefördert. 

Der andere Faktor für ein besseres Gedächtnis ist eine Ernährungsweise, die das Gehirn gesund hält. Dies ist schon in jungen Jahren wichtig und sollte ein Leben lang aufrechterhalten werden. Es gibt zahlreiche Nahrungsmittel, denen gehirnfördernde Eigenschaften wissenschaftlich nachgewiesen wurden. Das sind hauptsächlich verschiedene Obst- und Gemüsesorten sowie die langkettigen Omega-3-Fettsäuren, die vorwiegend in Fisch enthalten sind. 

Die wohl am bekanntesten Fitmacher für das Gehirn sind Blaubeeren. Aufgrund ihrer unglaublich nährstoffreichen Zusammensetzung werden sie auch als „Superobst“ bezeichnet. Sie sind reich an Anthocyanen, und diese Phytochemikalien (pflanzlichen Nährstoffe) sind dafür bekannt, dass sie das Gedächtnis mobilisieren. 

Ein anderes gutes Mittel zur Gedächtnisförderung ist Spinat. In einer Studie wurde nachgewiesen, dass bei Ratten, die mit diesem grünen Blattgemüse gefüttert wurden, das Gedächtnis nicht nachließ. Gegenwärtig wird als Ursache für diese erstaunliche Reaktion vermutet, dass der hohe Anteil an Folsäure im Spinat die Gehirnfunktion schützt. 

Das sind nur zwei der vielen Obst- und Gemüsesorten, die Ihnen dabei helfen können, auch noch im hohen Alter geistige Fitness zu bewahren. Jede Obst- und Gemüsesorte enthält Antioxidanzien, die gegen die Ansammlung freier Radikaler in den grauen Zellen vorbeugen. Indem Sie schädlichen oxidativen Stress verhindern, der durch freie Radikale ausgelöst wird, können Sie Ihr Gedächtnis schützen. 

Frischer Kaltwasserfisch ist ebenfalls dafür bekannt, dass er das Gehirn mobilisiert. Fisch enthält eine beachtliche Konzentration der Omega-3-Fettsäure DHA. Diese spezielle Fettsäure macht einen großen Anteil der Gehirnmasse aus, es ist also Iogisch, dass wir unsere Gedächtnisfunktion schützen können, indem wir die Substanz zu uns nehmen, aus der unser Gehirn besteht. Zahlreiche Studien belegen, dass DHA für eine normale Entwicklung des Gehirns unabdingbar ist. Ebenso wichtig ist es, dass wir auch im zunehmenden Alter DHA-reiche Nahrungsmittel essen. Die verwandte Fettsäure EPA ist ebenfalls von zentraler Bedeutung und in unserer Ernährung mehr verbreitet. DHA hilft, die „Hardware“ des Gehirns zu formen, EPA entspricht eher der „Software“.   

Es gibt viele Aktivitäten und Nahrungsmittel, die uns helfen, auch mit 50, 60, 70 oder 80 Jahren und danach noch geistig fit zu bleiben.