Ernährungstipp Nr. 1

Die Nahrungsmittel, die Sie zu sich nehmen, können dramatische Auswirkungen auf ihre Stimmung haben. Ob Sie nun komplexe „langsame“ Kohlenhydrate wählen, die Ihren Blutzucker regeln, oder frischen Fisch mit seinen gesunden Omega-3-Fettsäuren essen, Sie können mit Lebensmitteln auch Ihre Stimmung steuern. Erinnern Sie sich daran, wie Sie sich das letzte Mal gefühlt haben, als Sie lange nichts gegessen hatten. Höchstwahrscheinlich träge und reizbar. Wenn Sie das nächste Mal ein wenig niedergeschlagen sind, greifen Sie zu einem dieser Stimmungsaufheller für Ihr Gehirn. 

Was man normalerweise als Vitamin B kennt, besteht in Wirklichkeit aus mehreren unterschiedlichen Vitaminen, die oft Vitamin-B-Komplex genannt werden. In mehreren klinischen Untersuchungen wurde bewiesen, dass die verschiedenen Bestandteile einen positiven Einfluss auf die Stimmung und die Gehirnfunktion haben. Eine finnische Studie an 115 ambulanten Patienten, die unter Depressionen litten, kam zu dem Ergebnis, dass ein höherer Anteil von Vitamin B im Blut zu einer Besserung der Stimmung führte. Andere Untersuchungen zeigten, dass ein Mangel an Folat, auch ein Teil der Vitamin-B-Familie, das Risiko für Depressionen erhöht. 

Ein wertvoller Lieferant des Vitamin-B-Komplexes sind Linsen. Diese Hülsenfrüchte sind reich an Folat. Schon eine Portion gekochter Linsen deckt bis zu 90 Prozent des empfohlenen täglichen Tagesbedarfs an Folsäure ab. Linsen beinhalten auch Eiweiss und Ballaststoffe, was den Blutzuckerspiegel stabilisiert. Andere gute Vitamin-B-Quellen sind grünes Blattgemüse, Bananen, Bohnen, Leber, Eigelb sowie Back- und Bierhefe. 

Nahrungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren eignen sich ideal für die Förderung von guter Laune. Gehirnzellen und Neurotransmitter brauchen Omega-3-Fettsäuren, um richtig zu funktionieren, vor allem Omega-3-DHA (Docosahexaensäure). Mindestens eine Studie hat bis jetzt bewiesen, dass schwer depressive Menschen in der Hirnrinde einen Mangel an DHA haben. Da Omega-3-Fettsäuren so wichtig für das Gehirn sind, ist es nur logisch, dass sie die Stimmung aufhellen können. 

Man findet sie vor allem in frischem Kaltwasserfisch wie Lachs, Sardinen, Hering und Makrele. Aber auch viele Kerne, so wie Leinsamen, sind reich an dieser wichtigen Nährstoffklasse. Und es ist ja nicht schwer, einen Teelöffel Leinsamen zu mahlen und dann über Jogurt, Zerealien oder Apfelmus zu streuen. So hat man gleich ein gesundes Frühstück oder einen Snack für später. Manche Nüsse, z. B. Walnüsse, sind ebenfalls Omega-3-Quellen. Sie enthalten sehr viel Energie und stecken voller Eiweiß, Vitamin E und anderen wichtigen Nährstoffen. Ein paar Walnüsse können dabei helfen, den Energieabsturz am Nachmittag zu überbrücken, den viele von uns nur zu gut kennen. lhre Eigenschaft, dem Gehirn zu helfen und es mit Energie zu versorgen, machen sie zum perfekten Snack. Wie wär‘s mit einem flüssigen Stimmungsaufheller? Tee wirkt hier auf zwei unterschiedliche Arten. Zum einen steigert ein leichter Kräutertee oder ein aromatischer Chai ihre Stimmung, indem er den Stress etwas mindert und ihre Gedanken entspannt. Zum anderen enthält grüner Tee auch eine einzigartige Aminosäure namens L-Theanin, die gleichzeitig die Konzentration und die Entspannung fördert. Bei anderen Tees ist ein höherer Koffeingehalt dafür verantwortlich, die Stimmung zu steigern, da Koffein stimulierend wirkt. Bedenken Sie aber auch, dass zu viel Koffein Sie nervös und gereizt machen kann.

Ein oft übersehenes Mittel für bessere Stimmung sind Ballaststoffe. Speisen wie Haferbrei sind reich an löslichen Ballaststoffen und tragen dazu bei, die Zuckeraufnahme ins Blut zu verlangsamen. Indem der Blutzucker langsam und über einen Iängeren Zeitraum gleich bleibt, wird stimmungsverändernden Hochs und Tiefs vorgebeugt. Lösliche Ballaststoffe bremsen auch die Entleerung des Magens, sodass man nicht zu viel isst. 

Eisenhaltige Lebensmittel wie mageres rotes Fleisch, Austern und angereicherte Zerealien unterstützen ebenfalls die Stimmung, da Eisen für den Sauerstofftransport durch den Körper benötigt wird. Ein niedriger Eisengehalt kann den Sauerstoffgehalt des Bluts verringern, was wiederum ein Grund dafür sein könnte, dass Sie sich niedergeschlagen fühIen. 

Wie Sie essen, ist genauso wichtig wie das, was Sie essen. Essen Sie nicht zu viel oder zu wenig - oder zu schnell. Wenn Sie zu viel essen, fühlen Sie sich danach möglicherweise vollgestopft und unglücklich. Wenn Sie zu wenig essen, verlangt Ihr Körper nach mehr, was oft mit Reizbarkeit einhergeht. Wie bei allem im Leben liegt der Schlüssel im richtigen Maß.